Einbeinstand-Test (Flamingo-Test)

Funktionales Screening der neuromuskulären Kontrolle und Becken-/Beinachsenstabilität. Beurteilen Sie Ausweichbewegungen und Kompensationsmuster.

Athlet steht auf einem Bein, Knie leicht gebeugt, Arme hängen seitlich. Dauer: mindestens 10 Sekunden je Seite.

Durchführung

1.Athlet steht aufrecht, Blick geradeaus, Arme hängen seitlich.
2.Ein Bein wird leicht angehoben (ca. 30°), Knie des Standbeins minimal gebeugt.
3.Halten für mindestens 10 Sekunden ohne Abstützen.
4.Beide Seiten getrennt testen und dokumentieren.
5.Untersucher beobachtet frontal: Becken, Knie, Fuß.
6.Jede Ausweichbewegung wird einmalig markiert.

Aktueller Befund

Unauffällig

0 Ausweichbewegungen markiert

0

Becken & Hüfte

1

Trendelenburg-Zeichen

Kritisch

Becken kippt zur Seite des angehobenen Beins ab – deutet auf Schwäche des M. gluteus medius im Standbein hin.

OK
2

Beckenrotation

Beobachten

Becken dreht sich nach vorne oder hinten – Hinweis auf kompensatorische Rumpfinstabilität.

OK

Knie

1

Valgus-Kollaps

Kritisch

Knie knickt nach innen, Fuß dreht nach außen – unzureichende dynamische Stabilisierung, Schwäche der Hüftabduktoren.

OK

Rumpf

1

Laterales Rumpfausweichen

Beobachten

Oberkörper weicht seitlich aus – Kompensation bei eingeschränkter Hüftstabilität.

OK

Balance

1

Starkes Zittern / Tremor

Beobachten

Deutliches Zittern des Standbeins – Hinweis auf neuromuskuläres Defizit oder Ermüdung.

OK
2

Vorzeitiges Absetzen (< 10 Sek.)

Kritisch

Athlet kann den Stand nicht 10 Sekunden halten – deutliches Gleichgewichtsdefizit.

OK
3

Übermäßiger Armausgleich

Gering

Arme werden stark zur Balancekompensation eingesetzt – reduzierte posturale Kontrolle.

OK

Fuß & Sprunggelenk

1

Fußkompensation / Pronation

Beobachten

Fuß rollt stark nach innen – Hinweis auf eingeschränkte Sprunggelenk- oder Fußstabilität.

OK

Unauffällig

Gute neuromuskuläre Kontrolle · 0 Befunde · Seite: rechts

Empfehlung

Keine relevanten Ausweichbewegungen. Stabiles Bewegungsmuster. Präventionstraining auf aktuellem Niveau beibehalten.

Klinische Bedeutung

Valgus-Kollaps und Trendelenburg-Zeichen deuten häufig auf dieselbe Ursache hin: unzureichende Kraft der Hüftabduktoren (M. gluteus medius). Nach VKB-Verletzungen ist der Valgus-Kollaps im Einbeinstand ein starker Indikator für erhöhtes Re-Ruptur-Risiko und ein zentrales Kriterium für die Sportrückkehr-Entscheidung.