🔄 Perturbationstraining

Reaktive neuromuskuläre Kontrolle

Einbeinstand auf dem operierten Bein mit unerwarteten Ball- und Zug-Störreizen. Trainiert die reflexartige Rezentrierung – die Unvorhersehbarkeit ist das Trainingsprinzip.

🔄 Perturbationstraining

Einbeinstand auf dem operierten Bein mit Ball- & Zug-Störreizen

Bereit – Störreiz auslösen
Qualitätskriterium: kein dynamischer Knie-Valgus (Knie über dem Fuß), Becken bleibt waagerecht (keine Trendelenburg-Kippung), schnelle und symmetrische Rezentrierung nach jedem Störreiz. Der Auto-Modus feuert zufällig getaktet – die Unvorhersehbarkeit ist das Trainingsprinzip.
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Ball-Störreiz – Durchführung

Prinzip: Der Athlet steht einbeinig auf dem operierten Bein. Der Therapeut wirft einen Ball (Medizinball 1–3 kg oder Fußball) gezielt in Richtung des Athleten, der ihn ein- oder beidhändig fangen und sofort wieder zurückwerfen muss.

📋 Schritt-für-Schritt:

  • 1. Athlet im Einbeinstand, Knie leicht gebeugt (~20–30°), Blick geradeaus
  • 2. Therapeut positioniert sich 2–3 m vor dem Athleten (oder seitlich)
  • 3. Therapeut wirft den Ball variabel: frontal, von links, von rechts, hoch, flach
  • 4. Athlet fängt den Ball und wirft ihn sofort kontrolliert zurück
  • 5. Während des Fangens & Wurfens: Knie muss über dem Fuß bleiben!
  • 6. 10–15 Würfe pro Seite, 3 Serien, Pause 60 Sek.

⚡ Progression: Wurfgeschwindigkeit erhöhen → Reaktionszeit verkürzen → unvorhersehbar randomisieren (links/rechts/hoch/flach) → Augenbindung reduzieren (Athlet schaut geradeaus, Ball kommt von der Seite).

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Zug-Störreiz (Theraband) – Durchführung

Prinzip: Eine Theraband-/Widerstandsband wird am Becken oder Rumpf des Athleten befestigt. Der Therapeut zieht in unvorhersehbaren Momenten an der Bandenden – der Athlet muss dem Zug entgegenhalten und sich rezentrieren.

📋 Schritt-für-Schritt:

  • 1. Theraband am Beckenkamm oder unteren Rumpf befestigen (Gurt, nicht direkt auf Haut)
  • 2. Athlet im Einbeinstand auf dem operierten Bein, leicht gebeugt
  • 3. Therapeut hält die Bandenden und steht hinter oder neben dem Athleten
  • 4. Therapeut zieht in unregelmäßigen Abständen nach ventral (vorwärts), dorsal (rückwärts) oder lateral (seitlich)
  • 5. Zugdauer 0,5–2 Sekunden, dann loslassen – Athlet muss reagieren
  • 6. 15–20 Züge pro Seite, 3 Serien, Pause 60 Sek.

⚡ Progression: Zugrichtung variieren → Zugstärke erhöhen → Zufallsintervalle (Athlet weiß nicht, wann der Zug kommt) → zusätzlich Ballwurf kombinieren (Dual-Task).

⚠️ Sicherheitshinweis: Theraband nicht am Nacken befestigen. Immer am Becken oder Rumpf fixieren. Bandbelastung stufenlos dosierbar – nie mit Maximalzug starten. Bei Schmerz oder Instabilitätsgefühl: sofort abbrechen.

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Ziel

Schnelle, symmetrische Rezentrierung nach jeder Störung – ohne Knie-Valgus und ohne Beckenkippen.

Wann?

Ab Phase 3 (Woche 13–20). 2–3× pro Woche fest integriert, messgestützt im Profi-Bereich.

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Qualitätskriterium

Knie bleibt über dem Fuß, Becken waagerecht, keine Kompensationsmuster erkennen.