
Vordere Kreuzbandrekonstruktion Mit Return-To-Fußball Plan (RTF)
Hier ist das Nachbehandlungsprogramm nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (Ersatzplastik, Bündelersatz, Verstärkungsplastik) des VKB aufgeführt. Die Synchronisierung mit dem Nachbehandlungsprogramm Ihres Operateurs sollte durchgeführt werden.
Die Inhalte und der zeitliche Ablauf verschieben sich, wenn zusätzliche Eingriffe erfolgen – zum Beispiel eine Meniskusnaht oder eine Knorpelbehandlung. Diese bedingen eine längere Entlastungszeit (längeres Gehen an Unterarmgehstützen) und schränken die Beweglichkeit im Knie über einen gewissen Zeitraum ein.
Dies sollte berücksichtigt werden, da sich dadurch in der zeitlichen Abfolge Veränderungen in der Ausdehnung des gesamten Reha-Programms ergeben.
Die hier angebotenen Übungen können auch mit Orthese durchgeführt werden; dabei ist nichts Besonderes zu beachten.
Direkt postoperativ: Mobilisation mit 2 Unterarmgehstützen (AMG-Stützen), Teilbelastung mit Körpergewicht je nach Schmerz- und Schwellungsniveau.
Kriterien für Stützenentwöhnung: Schmerzfreies Auftreten mit Vollbelastung, kein signifikanter Quadrizeps-Lag, Gangbild ohne Schonhaltung, Schwellung stabil oder rückläufig.
Orthesenversorgung: Die Handhabung variiert von Operateur zu Operateur. Als Orientierung gilt: Eine starre Orthese (Immobilisationsschiene) wird maximal 1–2 Tage unmittelbar postoperativ getragen. Eine flexible Funktionsorthese ist ab Ende Woche 2 in der Regel nicht mehr erforderlich. Individuelle Absprache mit dem Operateur hat stets Vorrang.
Ab Woche 2–3 kann das stationäre Ergometer (ohne Widerstand) begonnen werden, sobald die Beugung ~100–110° erreicht ist und das Knie schmerzfrei pedalieren lässt. Kurze Einheiten (5–10 Min) zur ROM-Verbesserung und Durchblutungsförderung. Ab Woche 4–6 leichtes Widerstandstraining möglich, sobald Gate 1 erreicht ist. Draußen Radfahren erst ab Woche 6–8 (Phase 2), wenn volle Beweglichkeit und sicheres Gangbild erreicht sind — Sturzrisiko beachten!
Patientenedukation zur Wundheilung, Schwellungsmanagement und Bewegungsangst. Orthese: Bewegungsschiene (0–90°) oder offene Knie-Orthese.
Ab Woche 6–8 ist Radfahren im Freien möglich, wenn volle Beweglichkeit (0–130°), sicheres Gangbild und ausreichende Quad-Kontrolle erreicht sind. Auf ebener Strecke starten, im flachen Gang pedalieren, Stopps und Absteigen üben. Ab Woche 10–12 moderates Widerstandstraining am Ergometer oder leicht hügelige Strecken möglich. Vorsicht bei Richtungswechseln und Spitzentreten (Schubbelastung)!
Oberes Ziel: Laufvorbereitung. Fokus: Symmetrische Quadrizeps-Hamstring-Balance (H:Q ≤ 0.65), schrittweise Laststeigerung. Orthese: Deeskalation zu Kompressionshose oder leichte Funktionsorthese.
Kernziel: Laufen und Richtungswechsel ohne Schmerz. Test-Basis: Single Leg Hop Test (mind. 70% LSI), Y-Balance (symmetrisch), Tuck Jump Assessment. Orthese: Optional, meist nicht mehr nötig.
Reaktive neuromuskuläre Kontrolle unter unerwarteter Störung – ergänzt Kraft & Landetechnik. Voraussetzung: ausreichende Kraft/Stabilität (ab Gate 2). Qualität vor Quantität.
Kooperation mit Trainer: Enger Austausch zwischen Physiotherapeut und Fußball-Coach, um Belastung zu dosieren. Ständige Verletzungsprävention: Propriozeption bei schnellen Richtungswechseln, Core-Stabilität (Rotation beim Schuss), exzentrische Hamstring-Kraft (wichtig für Sprintabbau!).
Reaktive neuromuskuläre Kontrolle unter unerwarteter Störung – ergänzt Kraft & Landetechnik. Voraussetzung: ausreichende Kraft/Stabilität (ab Gate 2). Qualität vor Quantität.
Monitoring: Alle 3 Monate ärztliche Kontrolle (ROM, Stabilität, Kraft-Symmetrie) für erste 1–2 Jahre. Prävention: Tägliche 5–10-Minuten-Routine aus Propriozeption, Core und Beweglichkeit. Trainer-Kommunikation: Regelmäßiger Austausch über Trainingsload und Beschwerden.